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covid19

[corona] Die zweite Woche reiner virtueller Lehre an der TU Graz #COVID19 #tugraz

So, der Virus hat alles weltweit im Griff und wir sind von einer extrem hektischen erste Woche (ich hatte hier schnell berichtet) ebenso unter Volldampf in die zweite gestartet. Das Gute ist, dass es neben all den Mühen doch Erfolge gibt. Es geht stetig voran, Lehrende sind extrem bemüht und sehr dankbar, wenn wir ihnen unter diesen Rahmenbedingungen noch weiterhelfen können. Ich bin mal zuversichtlich, dass wir uns vielleicht im Laufe dieser Woche konsolidieren können – es gibt die ersten Anzeichen dafür. Und ein ganz großes Danke an alle für das tolle Feedback, dass wir bekommen – wir freuen uns, dass die jahrelangen Vorarbeiten doch nicht ganz umsonst waren 🙂
Hier wieder zur Dokumentation meine Facebook-Postings der letzten Woche:

Online-Lehre next Level:

So im Hintergrund wurden die Server hochgefahren, haben vor allem neue Speicherplatten bekommen, die werden uns absehbar zu klein. Warum? Weil die Lehrenden imm mehr Aufzeichnungen erstellen und diese beginnen hochzuladen. Für so einen Pulk sind wir ja nicht ausgelegt. Der Streaming-Server hat auch auch neue Hardware bekommen – alles mit Nacht-und-Nebel-Aktionen. Und dann passiert es – super große Aufzeichnungen ins Moodle gespielt mit anschließenden E-Mails an alle Studierenden, dass diese jetzt vorhanden sind. Wohl mehrere hundert Lernenden saugen sich das File motiviert runter und bringen das Netzwerk um 😁😅😂

Ich nehm es mit Humor, wenn mir vor zwei Wochen jemand gesagt hat, dass diese/r Professor/in es schafft die Infrastruktur zum Erliegen zu bringen, ich hätte Hab und Gut verwettet, dass das niemals eintreten wird. Es zeigt eigentlich nur mit welcher Motivation hier gearbeitet wird 😍

Facebook-Post am 16.3.2020

So wieder einen Anruf von Medien gehabt. Anscheinend will man es immer noch so hören, aber so schlecht ist die virtuelle Lehre nicht in Österreich. Im Gegenteil für das, dass wir über Nacht den Schalter umgelegt haben, performen alle wirklich sehr sehr gut – ohne Ausnahme. Es war nur keine Bildungsinstitution je dafür ausgelegt. Wenn ich es vielleicht noch 100mal sage, dann glaubt man es vielleicht auch. Vielmehr ein Lob den fleißig arbeitenden Menschen – in meinem Fall jenen der Technische Universität Graz – ihr seid grandios 😍.

Facebook-Post am 17.3.2020

Und wir (Technische Universität Graz) leben immer noch 😍 – es wird seit einer Woche gestreamt, die Lehrenden halten ihre Vorlesungen, die Studierenden schauen zu. Von einem digitalen Alltag sind wir zwar noch weit entfernt, aber es steigt und steigt – manchmal schneller als uns auf den Systemen das lieb ist 😍🤩

Facebook-Post 19.3.2020

[corona] Bilanz nach einer Woche virtueller Lehre im Zeichen des Corona-Virus #COVID19 #tugraz

Ich hatte mir vorgenommen, dass ich auch berichte wie es uns – also in meinem Fall der Abteilung Lehr- und Lerntechnologien an der Technischen Universität Graz – so geht unter den drastischen Maßnahmen veursacht durch den Corona-Virus. Am 10. März 2020 hieß es mehr weniger innerhalb von Minuten, dass es ab 11.3.2020 keine Lehrveranstaltungen mehr vor Ort abgehalten werden und ab sofort alles in mittels Online-Lehre durchzuführen ist. Das hat mich und mein Team zwar nicht komplett überraschend getroffen, weil wir uns bereits im Vorfeld Überlegungen für ein solches Szenario gemacht hatten, aber Theorie & Praxis sind bekanntlich doch zwei paar Schuhe 🙂 .
Ich wollte also noch darüber bloggen, dafür blieb keine Zeit mehr – wir wurden quasi von der Lawine angefahren und versuchten der Lage Herr zu werden (sind wir aber immer noch nicht). Damit aber nicht alles an Gedanken verloren geht, habe ich ein paar wenige Worte auf Facebook verloren. Warum Facebook? Ganz einfach, diese Posts sind entstanden wie ich über den Grazer Hauptplatz gelaufen bin, am Smartphone, schnell und einfach – zu mehr war ich nicht in der Lage.
Daher hier jetzt einfach die ersten 3 Posts die ich auf Facebook gemacht hatte, damit es mir selbst in meiner Timeline verloren geht – vielleicht brauch ich es ja nochmals:

Ehrlich – ich hab mir vorgenommen ein wenig zu berichten über die Abschaltung des Lehrbetriebs und den Übergang in die „virtuelle Lehre“. Mir war bewusst dass der Schritt hart ist, aber es schlimmer als hart 🙂

Noch nie war die Inbox so voll (und wer meine kennt die ist normalerweise wirklich voll), noch nie waren die anderen Kommunikationskanäle so im Betrieb (Slack, Telefon, Signal, ….). Trotzdem kommen wir vorwärts, das ist die gute Nachricht.

Zum Schluss mein Ereignis des Tages: erschreckend wie so eine Geistervorlesung aussieht. Wo mehr als 350 Studierende normalerweise sitzen, nun niemand. So habe ich mir das nicht vorgestellt die digitale Lehre. Ich habe geraden großen Respekt vor unseren Lehrenden die trotz der widrigen Umstände versuchen die universitäre Lehre aufrecht zu erhalten. Das ist auch eine Leistung die man würdigen muss.

Facebook-Post am 11.3.2020

Muss wieder mal etwas loswerden: Ich habe wirklich noch nie ein deratiges Bemühen erlebt, die Lehre aufrecht zu erhalten. Alle Lehrenden sind unter dieser enormen Belastung tatsächlich dran, ihre Lehrveranstaltungen aufzuzeichnen und virtuell etwas anzubieten.

Es ist in dieser schwierigen Zeit tatsächlich unglaublich schön zu sehen, dass die Lehre der Universität ein viel höhren Stellenwert hat, als der übliche Alltag es immer so darstellt.

Danke an alle Lehrenden – in meinem Fall jener der Technische Universität Graz – , danke alle Studierenden die mit viel Geduld die neuesten Infos abwarten und danke an all die Personen rund um mich, die unermüdlich seit Tagen daran arbeiten die Universität am Leben zu halten. ❤️😍

Ich bin voller Demut, diese Leistungen sind gerade unglaublich …..

Facebook-Post am 13.3.2020

So, jetzt mal eine erste Bilanz wie es so läuft an der Technische Universität Graz: Wir streamen aus 3 Hörsälen – die Geistervorlesungen haben im Schnitt 200 Studierende die den Livestream ansehen, Spitzenreiter ist eine Veranstaltung mit knapp 400. Das ist schon beeindruckend, da spielt sich was ab auf den Servern und im Netzwerk.

Wohl die Hälfte aller Lehrenden besitzen mittlerweile einen WebEx-Account und machen ungefähr 350 WebEx-Meetings pro Tag. Etwa 90% haben hervorragende Qualität und bei knapp 10% scheint die Verbindung nicht so gut zu sein (liegt mit großer Wahrscheinlichkeit daran, dass hier schlechtes WLAN verwendet wird). Spitzenreiter hier eine Lehrende mit mehr als 70 Studierenden in einem Raum.

Der Rest verwendet intensiv das TeachCenter (Moodle) – ich vermute auch, dass nächste Woche dieser Teil ansteigt. Wir werden weiter beobachten natürlich 🙂

Also Kompliment und großen Dank an sehr diszipliniert arbeitendene Lehrende, Studierende und Service. In einer derartigen Geschwindigkeit alles so umzusetzen geht wirklich nur wenn jedes kleine Zahnrad mitmacht – ohne Ausnahme. Jetzt erholen wir uns aber alle einmal, das gesellschaftliche Leben braucht ebenso unsere Arbeitskraft und Umsicht.

Facebook-Post am 14.3.2020