[whitepaper] Whitepaper Quantifizierung von virtueller Lehre an österreichischen Hochschulen #fnma #austria

Im Rahmen einer FNMA-Arbeitsgruppe haben wir uns mit dem Thema „Quantifizierung von virtueller Lehre an österreichischen Hochschulen“ beschäfitigt und sind glaub ich nach spannenden Diskussionen und intensiver Zusammenarbeit zu einem guten Ergebnis gekommen.

Zusammenfassung:
Die Covid-19-Pandemie hat die Schwierigkeiten der Digitalisierung der Lehre von einem Tag auf den anderen zur Priorität und virtuelle Lehre zur zwischenzeitlichen Norm gemacht. Das begleitende Vokabular zur virtuellen Lehre erweist sich dabei als äußerst divers.
Dieses Whitepaper schafft eine einheitliche Definition der Kernbegriffe, grenzt diese gegeneinander ab und zeigt die Implikationen für die verschiedenen Stake- holder des Bildungssektors in einer postpandemischen Welt auf.
Umsetzungen von virtueller Lehre der unterschiedlichen Hochschultypen, die Ana- lyse der rechtlichen Rahmenbedingungen sowie erste Ansätze für die Mess- und Bewertbarkeit virtueller Lehre geben den Status quo der österreichischen Hoch- schullandschaft wieder.
Darauf aufbauend wurden unter Einbezug der Prinzipien zur Qualitätssicherung von virtueller Lehre 10 Empfehlungen als unterstützende Faktoren für die Quanti- fizierung virtueller Lehre an österreichischen Hochschulen erarbeitet:
[1] Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur und Supportstruktur für virtu- elle Lehre
[2] Lehrpersonen mit entsprechenden Angeboten zu (medien-)didaktischen Aus- und Weiterbildungen unterstützen
[3] Virtuelle Lehre mit etablierten Verrechnungsschemata quantifizieren
[4] Asynchrone Lehraufwände in der Lehrplanung sichtbar machen
[5] Gelungene virtuelle Lehre sichtbar machen
[6] Virtuelle und hybride Formate fördern
[7] Freiheit der Lehre gilt auch für virtuelle Lehre
[8] Virtuelle Lehre benötigt rechtliche Grundlagen
[9] Virtuelle Lehre benötigt finanzielle Grundlagen
[10] Virtuelle Lehre benötigt österreichweite Abstimmung

[Whitepaper @ ResearchGate]
[Whitepaper @ Homepage]

Zitation: Fallmann Irmgard, Steinbacher Hans-Peter, Ammenwerth Elske, Burian Renate, Ebner Martin, Ghoneim Andrea, Gegenburger Bianca, Grün Elisabeth, Hauser Werner, Heinrich Monika, Karpf Klaus, Krizek Gerd, Lietze Stefanie, Mantler Herbert, Mair Michael, Niederl Franz, Oberhuemer Petra, Rehatschek Herwig, Rinnhofer Christina, Strasser Thomas, Zitek Andreas (2021). Quantifizierung von virtueller Lehre an österreichischen Hochschulen. Forum Neue Medien in der Lehre Austria.

Satzungsteil Virtuelle Lehre und Online-Prüfungen an der TU Graz #tugraz

Gestern wurde im Mitteilungsblatt der TU Graz der neue Satzungsteil zu „Virtuelle Lehre und Online-Prüfungen“ verlautbar. Ein Teil, der zwingend notwendig war, weil die alte Richtlinie in der Pre-CoVID-Ära nicht mehr zeitgemäß war und wir dringend neue Regelungen brauchten.

Im Rahmen von vielen Sitzungen einer internen Arbeitsgruppe und zahlreichen Stellungnahmen liegt nun ein finaler Beschluss vor, der ab 1.10.21 in Kraft tritt. Ich bin sicher, dass wir damit an der TU Graz einen wichtigen, nächsten Schritt in die richtige Richtung machen, indem wir vor allem den „Ort“ der synchronen Lehre freigeben. In Zukunft ist es also den Lehrenden frei gestellt ob sie in Präsenz oder online ihre Lehre abhalten.

§28b (4) des Satzungsteils Virtuelle Lehre (TU Graz)

Das ist tatsächlich ein großer Schritt und entspricht meiner jahrelangen Forderung, dass es um die Qualität der Lehre geht und nicht ob diese digital ist oder nicht. Andersum erklärt heben wir damit ein klein wenig die Unterscheidung zwischen Präsenz / Virtualität auf, die ich immer hinterfragt habe. Es geht um gute Lehre, egal mit welchen Werkzeugen diese erreicht wird 🙂

Ansonsten gibt es weitere Bestimmungen zu Online-Prüfungen. Dieses Feld ist wohl jenes wo sich in naher Zukunft noch einiges tun wird.

[Link zum frei zugänglichen Satzungsteil]

[corona] Bilanz nach einer Woche virtueller Lehre im Zeichen des Corona-Virus #COVID19 #tugraz

Ich hatte mir vorgenommen, dass ich auch berichte wie es uns – also in meinem Fall der Abteilung Lehr- und Lerntechnologien an der Technischen Universität Graz – so geht unter den drastischen Maßnahmen veursacht durch den Corona-Virus. Am 10. März 2020 hieß es mehr weniger innerhalb von Minuten, dass es ab 11.3.2020 keine Lehrveranstaltungen mehr vor Ort abgehalten werden und ab sofort alles in mittels Online-Lehre durchzuführen ist. Das hat mich und mein Team zwar nicht komplett überraschend getroffen, weil wir uns bereits im Vorfeld Überlegungen für ein solches Szenario gemacht hatten, aber Theorie & Praxis sind bekanntlich doch zwei paar Schuhe 🙂 .
Ich wollte also noch darüber bloggen, dafür blieb keine Zeit mehr – wir wurden quasi von der Lawine angefahren und versuchten der Lage Herr zu werden (sind wir aber immer noch nicht). Damit aber nicht alles an Gedanken verloren geht, habe ich ein paar wenige Worte auf Facebook verloren. Warum Facebook? Ganz einfach, diese Posts sind entstanden wie ich über den Grazer Hauptplatz gelaufen bin, am Smartphone, schnell und einfach – zu mehr war ich nicht in der Lage.
Daher hier jetzt einfach die ersten 3 Posts die ich auf Facebook gemacht hatte, damit es mir selbst in meiner Timeline verloren geht – vielleicht brauch ich es ja nochmals:

Ehrlich – ich hab mir vorgenommen ein wenig zu berichten über die Abschaltung des Lehrbetriebs und den Übergang in die „virtuelle Lehre“. Mir war bewusst dass der Schritt hart ist, aber es schlimmer als hart ?

Noch nie war die Inbox so voll (und wer meine kennt die ist normalerweise wirklich voll), noch nie waren die anderen Kommunikationskanäle so im Betrieb (Slack, Telefon, Signal, ….). Trotzdem kommen wir vorwärts, das ist die gute Nachricht.

Zum Schluss mein Ereignis des Tages: erschreckend wie so eine Geistervorlesung aussieht. Wo mehr als 350 Studierende normalerweise sitzen, nun niemand. So habe ich mir das nicht vorgestellt die digitale Lehre. Ich habe geraden großen Respekt vor unseren Lehrenden die trotz der widrigen Umstände versuchen die universitäre Lehre aufrecht zu erhalten. Das ist auch eine Leistung die man würdigen muss.

Facebook-Post am 11.3.2020

Muss wieder mal etwas loswerden: Ich habe wirklich noch nie ein deratiges Bemühen erlebt, die Lehre aufrecht zu erhalten. Alle Lehrenden sind unter dieser enormen Belastung tatsächlich dran, ihre Lehrveranstaltungen aufzuzeichnen und virtuell etwas anzubieten.

Es ist in dieser schwierigen Zeit tatsächlich unglaublich schön zu sehen, dass die Lehre der Universität ein viel höhren Stellenwert hat, als der übliche Alltag es immer so darstellt.

Danke an alle Lehrenden – in meinem Fall jener der Technische Universität Graz – , danke alle Studierenden die mit viel Geduld die neuesten Infos abwarten und danke an all die Personen rund um mich, die unermüdlich seit Tagen daran arbeiten die Universität am Leben zu halten. ❤️?

Ich bin voller Demut, diese Leistungen sind gerade unglaublich …..

Facebook-Post am 13.3.2020

So, jetzt mal eine erste Bilanz wie es so läuft an der Technische Universität Graz: Wir streamen aus 3 Hörsälen – die Geistervorlesungen haben im Schnitt 200 Studierende die den Livestream ansehen, Spitzenreiter ist eine Veranstaltung mit knapp 400. Das ist schon beeindruckend, da spielt sich was ab auf den Servern und im Netzwerk.

Wohl die Hälfte aller Lehrenden besitzen mittlerweile einen WebEx-Account und machen ungefähr 350 WebEx-Meetings pro Tag. Etwa 90% haben hervorragende Qualität und bei knapp 10% scheint die Verbindung nicht so gut zu sein (liegt mit großer Wahrscheinlichkeit daran, dass hier schlechtes WLAN verwendet wird). Spitzenreiter hier eine Lehrende mit mehr als 70 Studierenden in einem Raum.

Der Rest verwendet intensiv das TeachCenter (Moodle) – ich vermute auch, dass nächste Woche dieser Teil ansteigt. Wir werden weiter beobachten natürlich ?

Also Kompliment und großen Dank an sehr diszipliniert arbeitendene Lehrende, Studierende und Service. In einer derartigen Geschwindigkeit alles so umzusetzen geht wirklich nur wenn jedes kleine Zahnrad mitmacht – ohne Ausnahme. Jetzt erholen wir uns aber alle einmal, das gesellschaftliche Leben braucht ebenso unsere Arbeitskraft und Umsicht.

Facebook-Post am 14.3.2020