[blogcontribution] eLearning 2.0

Tony Karer hat vor einiger Zeit einmal versucht den Begriff eLearning 2.0 zu definieren. In seinem Blogbeitrag „What is eLearning 2.0“ kann dies nachgelesen werden.
Er schreibt selbst:

… my concept of eLearning 2.0 starts with the trend towards:

  • Small pieces of content
  • Delivered closer to time / place of work
  • Likely delivered in pieces over time as part of a larger program

Man kann beobachten, dass vor allem auch Rapid Elearning oder auch Knowlegde Management im Zuge dieser Bewegung eine immer größere Rolle spielen. Damit drängt sich zwangsläufig die Frage auf, ob das Lehren und Lernen von morgen, immer mehr in Informationsmanagement übergeht. Wie bereite ich mir die Information auf, die ich lerne und welche Information brauche ich um etwas zu lernen?
Für mich sehr interessant, weil wenn Probleme gelöst werden können, aufgrund von Informationen, die in einer unstruktierten Form vorliegen, dann erlangt man eine andere Stufe des Lernens. Die Frage die natürlich offen bleibt, ist was man denn alles erlernen muss, um diese Fähigkeit zu erhalten?

Content is NOT King …

schreibt Christy Tucker vom Experiencing E-Learning Blog.
Sie bezieht sich in Ihrer Aussage auf einen Artikel des E-Learning Development Blog der dies primär behauptet. Das Wesentliche jedoch ist, dass Sie abschließend bemerkt:

Am I just being naive here, or can we find a middle ground that values both the content and the presentation?

Damit gelangen wir zum eigentlichen Punkt: Die Voraussetzung für Lehre ist immer der eigentliche Inhalt. Je besser dieser ist umso besser ist das Lernen damit möglich – kein Zweifel. Aber der gute Content allein kann es eben auch nicht sein, denn Lehren und Lernen ist und bleibt ein sozialer Prozess. Mit anderen Worten: Auf Basis guten Inhalts sollte versucht werden, Lehren und Lernen mittels geeigneten Theorien durchzuführen. Ich denke, dass wollte auch Christy sagen.

Uni 2.0?

@Berlin Online berichtet in dem Artikel „E-Learning: Wie das Internet dem klassischen Hörsaal den Rang ablaufen könnte“ wie derzeit eLearning an der Humboldt-Universität Berlin durchgeführt wird.

E-Learning schafft eine Erleichterung und Verbesserung der Lehre an Universitäten und setzt wichtige Ressourcen frei, die sinnvoller genutzt werden können

Das kann man eigentlich nur unterstreichen, denn damit sind jene zwei Dinge angesprochen, die zweifelsohne gesichert mit eLearning erreicht werden können – die Verbesserung der Abwicklung einer Lehrveranstaltung (die strenge Frage ist, ob das eigentlich zu „eLearning“ zu zählen ist) und die Verbesserung der Lehrqualität.
Der dritte Punkt, die Verbesserung der Lernqualität, ist nicht nur der Schwierigste, sondern da sind auch die Aussagen um einiges schwieriger.

Aber deswegen gleich Uni 2.0 zu schreiben, halte ich für übertrieben.

Moodle für alle?

Via dem Blog Leornado.com bin ich quasi wieder an edumoodle erinnert worden:

Unter dem Motto „moodle für alle“ hat das österreichische Bildungsministerium das Projekt edumoodle gestartet. Alle österreichischen Schulen und Bildungsinstitutionen haben damit die Möglichkeit, kostenlos moodle einsetzen zu können ohne selbst einen moodle-Server betreiben zu müssen.

Aber Stephan vom Leonardo Blog merkt gleich selbst kritisch an:

LehrerInnen müssen sich also nur mehr um Inhalte kümmern. Aber obwohl das so einfach wäre, ist es so einfach dann doch nicht. Vielfach fühlen sich LehrerInnen nämlich erschlagen von dem gewaltigen Werkzeug, das sie mit einer Lernplattform in die Hand bekommen

Beachtenswert, weil momentan die Web 2.0 Welle zu rollen beginnt und damit auch die Möglichkeiten sprunghaft ansteigen. Das Problem liegt aus meiner Sicht primär daran, dass die Lehrenden gar nicht wirklich wissen welche Technologien schon einsetzbar sind, sodass sie ihren Unterricht anders gestalten könnten.
Mein Ansatz: „Schildern Sie bitte ihr didaktisches Problem und wir denken ob wie es technologisch unterstützen können“ ist leider auch nicht die Lösung. Der Umgang mit den Medien, den Technologien ist zwar schulbar, aber erfordert auch Arbeitsaufwand (vor allem nachher im „Betrieb“) und da liegt der kritische Punkt. Erst wenn es selbstverständlich ist oder der Aufwand sich in Grenzen hält, werden wir wohl breitflächig eLearning betreiben können.
Dann schauen wir einmal, was wir mit Web 2.0 erreichen können und freuen uns auf Web 35.7.beta :-).

Bildungssuche.de

Ich bin soeben auf einen neuen Service gestoßen: Bildungssuche.de Bildungs-suche.de
Der Service beschreibt sich selbst so:

bildungs-suche.de ist speziell für den Bildungsbereich optimiert worden. Im Hintergrund arbeitet eine angepasste Fassung des Suchmaschinenprimus Google. Durchsucht werden jedoch nur qualifizierte Bildungsseiten.

Es werden momentan ca. 1500 URLs verwaltet, wobei die Liste erweitert werden wird. Ich habe auch ein paar Testsuchläufe gemacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass die Idee an und für sich sehr gut ist, aber momentan eben der Pool noch etwas zu klein ist.

Ubiquitous Internet and Future Education

Ich komme gerade von einem TU Graz Gastvortrag von Herrn Prof. Dr. Eduard Babulak, derzeit unterrichtend an der Girne American University in Nordzypern über das spannend klingende Thema „Ubiquitous Internet and Future Education“. Leider konnte ich nur einen Teil des Vortrags miterleben, jedoch reichte es aus, um einen Eindruck seiner Zukunftsvorstellungen mitzunehmen: die drahtlose Vernetzung wird nicht nur massiv zunehmen, sondern auch die meisten Lebensbereich durchdrungen haben. Allerdings zeichnet er dadurch kein negatives Szenario an die Wand, sondern spricht von einer Future Knowledge Based Society und dem Human Centric Computing bei dem die Vorteile auch für den Bildungssektor überwiegen.

In Zuge des Vortrags bin ich auch auf interessante Konferenz-Links gestoßen:

TU Graz LearnLand online

Die AG Vernetztes Lernen stellt ab heute das TU Graz LearnLand zur Verfügung.
TU Graz LearnLand

Die Umsetzung basiert auf dem Open Source Programm ELGG.
Momentan ist ein Zugang alle Bediensteten und Studierenden der TU Graz vorgesehen und soll dazu dienen den Lehr- und Lernprozess aktiv zu unterstützen. Eine Dokumentation der Lernschritte, der Lernprozesse auf digitaler Basis ist als Hauptziel der Anwendung deklariert um ein Netzwerk zwischen allen Beteiligten aufzubauen.
In diesem Sinne ist unser Motto ab sofort TUGLL statt Google und wir hoffen, dass dadurch ein weiteren Schritt getätigt zu haben Web 2.0 Anwendungen in der Hochschullehrer zu verankern.