Szenarien für eUniversity 2011

Das Institut für Medien- und Kompetenzforschung (MMB) in Essen schreibt in ihrer neuesten Ausgabe des Trendmonitors (II/2006; .pdf) über die Ergebnisse einer Expertenbefragung zum Thema eUniversity 2011.
Ähnlich wie Marco sehe ich auch das Problem was in dieser Umfrage z.B. unter Wiki verstanden wird, da im gesamten Text eher von Lexika die Rede ist. Weiters geht auch nicht hervor, was unter Lern-Communities im Zusammenhang mit Lerntechnologie gemeint ist. Per se würde ich Lerncommunities nicht zu den Technologien zählen, da diese ja z.B. mit Wikis, Weblogs usw. gebildet werden können.
Wie dem auch sei, die Entwicklung in der Hochschullehre wird so prognostiziert, dass (um das Schlagwort zu gebrauchen) das Web 2.0 zunehmend an Bedeutung gewinnen wird. Wie, bleibt wohl uns überlassen herauszufinden.

via Unfrisierte Gedanken (Marco Kalz)

Social Network: Why are conversation and collaboration tools so underused?

Dave Pollar hat in seinem Blog einen Artikel diesbezüglich verfasst und auch versucht in 7 Punkten zusammenzufassen, warum seiner Meinung nach die Verwendung von Social Software noch nicht in dem erwarteten Ausmaß eintritt:

1. Most people are still unfamiliar with the tools in the middle and right columns.
2. Many of these tools are unintuitive and hence not easy to learn to use.
3. The way you have to use these tools is not the way most people converse and collaborate, i.e. they’re awkward.
4. Most people have poor listening, communication and collaboration skills, and these tools don’t solve (and can exacerbate) this underlying problem of ineffective interpersonal skills.
5. The training materials for these tools don’t match the way most of us learn and discover (i.e. by doing, by watching others, and iteratively by trial and error).
6. Often the people we most want to converse or collaborate with aren’t online.
7. Often we don’t even know who the right people are to converse or collaborate with, so we need to go through a process of discovering who those people are first, which these tools cannot yet effectively help us with; once we’ve discovered who the right people are, we’re likely already talking with them using the ubiquitous tools in the left column above.

Als Konsequenz startet er auch gleich einen Versuch wo mit Writely zu diesem Thema ein gemeinsames Dokument erstellt werden soll, indem man Fragen diskutiert. Das Dokument findet man hier.
Gut gefallen hat mir diese Antwort auf die Frage warum sich Social Software in der Arbeitswelt noch nicht durchsetzt:

Let other people edit MY document? Why would I ever do that? See other people’s bookmarks? Who cares?” It takes time to realize their power. There’s a learning curve not just for the software, but for the idea itself. You kind of have to drag them through the mud for a few weeks.

Dieser Aspekt sollte meines Erachtens wirklich nicht unterschätzt werden, denn bis man die wahren Stärken dieser Applikationen erkennt, kann es wirklich einige Zeit dauern. Aber ich bin überzeugt, dass der Leitspruch use the power of the people spätestens in der nächsten Generation eine ganz andere Bedeutung haben wird.

Team Vernetztes Lernen

Mit heutigem Datum (1. September 2006) startet an der Technischen Universität Graz die Arbeitsgruppe Vernetztes Lernen.


Team Vernetztes Lernen TU Graz

Das Team besteht (wie auf dem Foto ersichtlich von rechts nach links) aus Walther Nagler, Petra Korica-Pehserl und meiner Wenigkeit (Martin Ebner).
Wie der Name sagt, sind wir ab sofort für alle Belange des vernetzten Lernens zuständig. Warum wir es nicht e-Learning genannt haben? Einfach deswegen, weil wir befunden haben, dass für uns immer der Begriff CSCW – Computer Supported Collaborative Work aussagekräftiger war und auch im Zuge von Web 2.0 networking und community stärker in den Vordergrund treten. e-Learning ist hingegen zu wenig klar definiert und zumeist auch mit Vorurteilen behaftet.
Neben der Unterstützung sämtlicher Aktivitäten innerhalb der TU Graz, sind wir letztendlich auch für die Weiterbildungskurse im Bereich des Life-Long-Learning (LLL) zuständig. Also sowohl der reguläre Betrieb, als auch die Entwicklung innovativer Ansätze fällt in unseren Aufgabenbereich.
Dieser Blog wird weiterhin benutzt werden um euch zu informieren bzw. mit euch auch über unsere Erfahrung zu diskutieren. In diesem Sinne freuen wir uns alle auf die neue Herausforderung und begrüßen den “Rest der Welt”!

Euer VL-Team

Bericht vom ELGG Workshop

Am 24.08.2006 besuchten wir den ELGG Workshop auf der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Der Workshop war sehr informativ und zeichnete sich durch zwei hochqualtiative Referate (Graham Attwell sowie die ELGG Erfinder Dave Tosh und Ben Werdmuller) und eine spannende Hands-On-Session aus. Hier die Quinessenz unseres beliegenden Berichtes (Workshop Zusammenfassung):

Das Open Standard System Elgg versteht sich als e-Portfolio Landschaft, deren Fokus auf die Bedürfnisse des einzelnen Anwenders gerichtet ist. Elgg zeichnet sich durch die Implementierung von Web 2.0 bzw. e-Learning 2.0 Technologien wie Blogs, Wikis, Podcasts, RSS oder FOAF sowie eines einfachen Content-Managementsystems und individualisierter Kontrolle über Gruppen und Community-Bildung bzw. Verwaltung aus. Durch die Methode des „auto taggings“ wird sehr schnell ein sehr hoher Grad an Vernetzung innerhalb der einzelnen Benutzer erreicht. Des weiteren besteht die Möglichkeit, eigene Inhalte aus anderen Web2.0 Anwendungenwie FLICKR (und in Zukunft auch von mobilen Endgeräten sowie eMail clients) automatisiert auch im Elgg Blog zu veröffentlichen.

Virtueller Desktop mit Protopage

Nachdem ich vor einiger Zeit Gedanken zum Web 3.0 äußerte und dabei auch von einem Virtuellen Desktop sprach, habe ich inzwischen eine Anwendung gefunden, die dem ganzen schon recht nahe kommt.
Protpage ist eine Anwendung die mit Ajax umgesetzt wurde. Man kann es ruhig als virtuellen Desktop betrachten, denn ist die Anordnung mehrer Fenster, mit verschiedenen Inhalten möglich. Notizfunktion, Bilder, Bookmarks, Feeds, Wetter, sowie die Darstellung bestimmter Online Seiten ist im Funktionsumfang. Die Größe der Fenster, deren Position, Farbe oder auch Hintergrundbils kann nach belieben angepasst werden. Ich habe dies getestet und eine von meinen Seiten öffentlich gemacht (es können mehrere angelegt werden und mit Rechten versehen werden).

Protopage

Das Ergebnis seht ihr hier interaktiv oder eben anhand dieses Screenshots

Ich halte diese Art des Desktops vor allem was eLearning betrifft für absolut diskussionswürdig, da damit eine Individualisierung plötzlich möglich ist. Jeder Lernende kann sich quasi seinen “Lernscreen” selbst zurecht legen und bestimmen, was er braucht. Damit würde die oftmals kritisierte Starrheit von Lernmanagementsystemen die die Vorlieben des Lerners nicht berücksichtigen, aufgebrochen werden. Wie auch immer, super Anwendung aus meiner Sicht 🙂

Danke auch an den Blog Elearning & Neue Medien der mich auf diese Applikation aufmerksam machte.

Edufilter und ELGG

Wir haben heute an einem ELGG– Workshop in Klagenfurt teilgenommen. Der Bericht hierzu erfolgt in Kürze.
Aber vorweg möchte ich auf einen Blog namens Edufilter hinweisen, der von den Personen hinter ELGG betrieben wird und folgendes definiertes Ziel hat:

Edufilter has been set up as a resource for those wanting to find out more about the various educational projects going on around the world and the people behind them.

(Der ZDIP Blog hat ebenfalls schon einen Hinweis auf den neuen Blog)

Warum e-Learning? (Beitrag netzlernen.ch)

Im Blog netzlernen.ch nennt uns Miriam aus Ihrer Sicht 7 wesentliche Punkte und schließt mit folgendem Fazit ab:

E-Learning fällt nicht einfach so vom Himmel. Da viele von uns die digitalen Medien bereits nutzen, macht es Sinn oder es kann sogar nötig sein, E-Learning-Elemente in unsere Lernszenarien zu integrieren, um das Lernen nicht vom Alltag zu entfernen, sondern im Gegenteil, es zu einem Teil des Alltag zu machen.

Sehr gut und daher empfehle ich auch den Beitrag zu lesen, finde ich wie sie versucht Skeptiker und Befürworter gegenüberzustellen. Ich habe die Frage “Warum E-Learning? bzw. Warum Neue Medien?” bisher immer so beantwortet:

Neue Medien bieten zusätzliche Möglichkeiten, die uns helfen können das Lehren und Lernen zu verbessern. Und man muss immer eines bedenken, dass die neuen Medien für unsere Kinder gar nicht mehr neu sein werden, sondern zu ihrer Alltagswelt gehören.