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[article] Medienerziehung ab dem Kindergarten?

Ich bin gebeten worden, eine Kolumne für den monatlichen Newsletter der e-LISA academy zu schreiben. Gewünscht wurde von mir, dass ich meine Sicht auf die derzeitige Medienlandschaft in der Bildung darlege und zur Diskussion anregen.
Herausgekommen ist ein Artikel mit dem Titel Medienerziehung ab dem Kindergarten? Oder: Warum wir die Entwicklungen des Internets nicht unterschätzen sollten …“:

Web 2.0 in all seinen Ausformungen beginnt das Internet immer stärker zu prägen. Jugendliche tauschen Bilder über Flickr, sehen Videos auf YouTube an, kommunizieren über Skype und lesen in Wikipedia. Die Online-Welt wird immer mehr integraler Bestandteil des täglichen Lebens. Über die Auswirkungen auf den Bildungsbereich wird zwar vereinzelt diskutiert und geforscht, aber breitenwirksame Maßnahmen sind noch keine zu erkennen. Woran liegt das? Gibt es tatsächlich eine große Kluft zwischen Lehrenden und Lernenden in diesem Bereich?

Dieser Artikel soll zum Nachdenken und zur Diskussion über ein Thema einladen, das übermorgen Dimensionen annehmen kann, von denen wir heute noch träumen.

Hier also mein Beitrag in voller Länge und ich bin gespannt auf Reaktionen :-).

8 Comments

  1. Lore Reß sagt:

    Beachtenswert und bedauerlich, dass ein solches Statement überhaupt notwendig ist – eigentlich sollte dies eine selbstverständlichkeit sein.

  2. Martin sagt:

    da hast du recht, aber leider wird der lehr- und lernbereich oft von ganz anderen dingen bestimmt …

  3. Thomas sagt:

    Ich bin absolut einverstanden mit deinen Ausführungen. Auch die meisten Lehrer/innen in der Praxis würden dazu nicken. Allerdings wird der Alltag von ganz anderen Themen bestimmt. Wenn es darum geht, die «entscheidenden Fragen» zu besprechen, fragen sich viele Lehrer/innen woher sie die Zeit dafür nehmen sollen. Einige von ihnen verfügen selber nicht über die notwendigen Kompetenzen dafür.
    Der gute Wille bzw. die Theorie ist noch ein Stück weit von der Praxis entfernt. «… und es ist allerhöchste Zeit, sich damit ernsthaft auseinanderzusetzen.»

  4. Martin sagt:

    hi thomas,
    du hast recht … aber ich denke, dass man das problem nicht in der ebene der lehrer lösen kann, sondern dort wo bestimmt wie die bildung auszusehen hat … es muss einfach ein bewusstsein da sein, dass wir diesem thema viel mehr zeit einräumen müssen …

    lg

  5. Martin sagt:

    Grüezi Namensvetter Martin

    Deine pro-vokation gefällt mir sehr gut!
    Auch ich als Medienpädagoge und Vater von vier Kindern (9, 7, 5, 3) bin der Ansicht, dass Medienerziehung bereits ab dem Kindergarten stattfinden muss. Damit diese Bildung zum Digital Citizenship – siehe: Mike Ribble und Gerald Bailey (2007) Digital Citizenship in School. iste – jedoch gelingen kann, brauchen die jungen Menschen diese aktive Auseinandersetzung mit den Medien nicht nur im Alltag, sondern auch in der Schule! Wie du bereits richtig in deinem Beitrag erwähnt hast, müssen die sogenannten Digital Natives (= SchülerInnen?) noch von den Digital Immigrants (= LehrerInnen?) lernen, wie man mit den neuen Möglichkeiten heute umgeht: Nicht alleine das technische Handling, sondern primär Antworten auf die Frage, wie sich die Medien für mich als Lernenden sinnvoll und nutzbringend einsetzen lassen, sollten in der Schule im Vordergrund stehen!Als langjähriger Pädagoge auf allen Schulstufen weiss ich natürlich auch, wie viel Energie und Mehr-)Aufwand der Einsatz von „Neuen“ Medien im Unterricht mit sich bringt; wie viel schneller und einfacher eine Lektion doch im Frontalunterricht erteilt ist. Der Hinweis auf noch so viele andere wichtige Dinge in der Schule – hoffentlich gibt es die auch – darf jedoch nicht als einfache Entschuldigung dienen! Die interaktive Nutzung von Medien und Mitteln und somit auch die interaktive Nutzung von Technologien (Tools) gilt als eine der Schlüsselkompetenzen für die Zukunft; so jedenfalls haben es auch die Bildungsforscher der OECD kürzlich definiert.

    Ich wünsche dir einen guten Start ins 2008!

  6. Martin sagt:

    ebenfalls schönen start 2008 und dank für deine ausführungen, denen ich nichts hinzuzufügen habe 🙂

  7. Elisabeth sagt:

    Hallo Martin,

    da möchte ich doch auch gern ein Kommentar abgeben 🙂

    Digital Natives können Kinder und Jugendliche meiner Meinung nach werden, wenn sie auch die Möglichkeit der Nutzung verschiedenster Medien von Klein auf haben. Da ich im Kindergarten arbeite, erkenne ich schon hier die großen Unterschiede in der Mediennutzung – damit meine ich, dass manche Kinder schon einige Erfahrungen am Computer gesammelt haben, während andere nur jene Fernsehsendungen ansehen dürfen, die ihre Eltern als „wertvoll“ erachten. Gemeinsam bringen die Kinder doch das große Interesse an Medien in die Bildungsinstitutionen. Kindergarten und Schule sind hier gefordert, einen Ausgleich zu schaffen, und auch jenen Kindern den Zugang zu Medien zu ermöglichen, den sie daheim vielleicht nicht haben. Ich meine natürlich nicht nur den Zugang, sondern auch das kreative und experimentelle Arbeiten damit.
    Der Auschluss der Medien aus der Bildungsarbeit bedeutet einen Ausschluss der kindlichen Realität – einer Lebenswelt mit unterschiedlichsten medialen Eindrücken – aber das ist ja bekannt…

    lg Elisabeth

  8. Martin sagt:

    hi elisabeth,

    es freut mich ungemein, dass so viele rückmeldungen auf diesen beitrag kommen, da es einerseits zeigt, dass es wirklich a) ein wichtiges thema und b) ein anliegen selbst den expertInnen ist.
    stimme auch zu dass der digital gap (zwischen verschiedensten fronten) ein sehr ernstes thema ist, da eben viele erziehende von heute das ausmaß noch nicht abschätzen können …

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